Es ist vollbracht. Seit Ende Oktober wartete die HSG Krefeld auf einen doppelten Punktgewinn. Nach einigen engen und unglücklichen Spielen behielten die Schwarzgelben bei der Bundesligareserve des VfL Gummersbach glücklich aber nicht unverdient die Oberhand. Das Spiel endete 28:27 (15:16) für die Gäste vom Niederrhein. 

Erstmals seit geraumer Zeit standen 14 einsatzfähige Akteure auf dem Spielbericht, wenngleich Rechtsaußen Hannes Hombrink nach dem Aufwärmen abwinken musste. Sein Debüt im Krefelder Trikot feierte Erik Hampel, der wenige Stunden vor der Partie spielberechtigt wurde.

Die Schwarzgelben kamen hochmotiviert aus der Kabine, führten schnell mit 3:1 und zwangen die Gummersbacher früh zu einer Auszeit. Mit Erfolg, denn die Hausherren drehten die Partien fortan und gingen auch verdient mit einer knappen Führung in die Halbzeit. Diesen Vorsprung verteidigten die Oberbergischen noch bis zur 38. Minute bevor die Gäste wieder das Ruder in die Hand nahmen. Teilweise lagen die Gäste mit bis zu vier Toren vorne (51. Minute 25:21). Doch der VfL ließ nicht nach, kämpfte sich immer wieder heran und hatte in den letzten beiden Spielminuten eine doppelte Überzahl. Doch der letzte freie Wurf von VfL-Rechtsaußen Xhafolli blieb am überragenden Stefan Nippes im Krefelder Tor hängen und sorgte anschießend für einen ausgiebigen Jubel der Samt- und Seidenstädter. Die Leistung von Nippes nötigte HSG-Coach Olaf Mast ein Sonderlob ab. Nippes blieb nach einem Zusammenprall in der 8. Spielminute minutenlang liegen, musste behandelt werden und gestützt vom Feld gebracht werden. Nippes kehrte dann zu Beginn der 2. Hälfte überraschend ins Tor zurück

„Ich ziehe meinen Hut vor Stefan! Nach dieser Aktion wären nicht viele Akteure wieder bereit gewesen sich zur Verfügung zu stellen. Ohne seine tollen Paraden im 2. Durchgang wäre ein Sieg heu-te sicher noch schwieriger geworden.“

So beenden die Krefelder die Hinrunde auf dem 8. Tabellenplatz. Was auf den ersten Blick wie ein Rückschritt erscheint – am Ende der letztjährigen Hinrunde war man Tabellenzweiter – hat für Mast logische Gründe: „Zum einen spielen Neuss und Hagen finanziell in einer komplett anderen Liga, zum anderen ist die Spitze auch durch zwei Zweitligaabsteiger deutlich breiter geworden. Und über unser unglaubliches Verletzungspech haben wir ja schon sehr häufig sprechen müssen. Trotz der widrigen Umstände haben wir in jedem Spiel alles gegeben und alles versucht. Gegen die Teams, die vor uns stehen, hat das leider sehr oft nicht ganz gereicht, fehlten oft Kleinigkeiten. Wir blicken optimistisch in die Rückrunde und hoffen dort noch einmal den Blick weiter nach oben richten zu können und den einen oder anderen Großen ein wenig zu ärgern.“

HSG Krefeld:
Nippes, Christmann (8. – 30. Minute), Breuer (2), Hombrink, Schneider (6), Phlak (3/2), Gentges (2), Rommelfanger, Kuhfuss (3), Pagalies, Heuft (3), Buhre (3), Hampel, Polman (6/1)