Der Kartenvorverkauf vor dem Heimspiel am Freitagabend gegen die SG Menden Sauerland Wölfe (20.00 Uhr, Glockenspitzhalle) zeigt: Die Krefelder sind im Handballfieber. Bereits knapp 1200 Tickets waren am Donnerstagmittag abgesetzt. Eingedenk der Tatsache, dass normalerweise ein großer Teil der Tickets an der Abendkasse abgesetzt wird und der bisherige Zuschauerrekord der Schwarz-Gelben, datierend aus dem Heimspiel gegen den TSV Bayer Dormagen im September 2017 bei 1.409 Besuchern liegt, die seinerzeit für Gänsehautatmosphäre sorgten,  scheint ein neuer Zuschauerrekord für die Eagles so gut wie sicher. Entsprechend wird aller Voraussicht nach der Oberrang der Nordtribüne, die der bisher einzig genutzten Tribüne gegenüber liegt, geöffnet werden. Das würde für eine noch bessere Atmosphäre sorgen und dem Team sicher noch einen zusätzlichen Schub geben, den Elften aus dem Sauerland ohne Punkte nach Hause zu schicken. Sollte dies gelingen und die Eagles mindestens einen Zähler holen, wäre auch rechnerisch klar: Die HSG Krefeld ist vorzeitig Westdeutscher Meister!

Davor aber haben die Regularien noch einigen Schweiß gesetzt. „Menden hat nach oben keine Perspektiven mehr und nach Unten einen großen Abstand zu den Abstiegsplätzen. Sie können frei aufspielen und das macht sie besonders gefährlich“, sagt HSG-Geschäftsführer Thomas Wirtz. Und auch Trainer Ronny Rogawska warnt die Seinen: „Natürlich wird die Aufregung groß sein. Wir wollen aber konzentriert weiter arbeiten und das Spiel angehen, wie jedes andere. Damit sind wir bisher gut gefahren und sollten es beibehalten. Wenn wir gewinnen, ist es früh genug, zu feiern“, sagt der Däne. Personell wird er voraussichtlich auf den gleichen Kader wie in Leichlingen zurückgreifen. Einzig bei David Hansen besteht noch eine kleine Chance. „Wenn er heute Abend zu mir kommt  und sagt, er ist fit und beschwerdefrei trainiert, könnte er noch spielen. Aber wir werden kein Risiko eingehen“, sagt Rogawska. Für Jonas Vonnahme, Damian Janus und Stefan Nippes kommt das Spiel noch ein bis zwei Wochen zu früh. „Gerade Damian wird erst spielen, wenn wirklich alles top ist. Es bringt nichts, wenn er sich gleich wieder verletzt“, stellt der Trainer klar. Doch auch ohne die vier Leistungsträger sind die Eagles, wie sie bewiesen haben, in der Lage, jeden Gegner in der Liga zu schlagen. Das soll auch am Freitagabend der Fall sein. Im Erfolgsfall schlösse sich fraglos eine Party in der Halle an, ehe Team und Fans in Richtung Gaststätte Karussell (am Eisstadion) aufmachen. Hier wollen die Spieler dann die Nacht zum Tage machen. Oder wie Thomas Wirtz es ausdrückte: „Wenn wir den Titel holen, gehen wir sicher im Hellen nach Hause.“ Krefeld jedenfalls bereitet sich auf eine der größten Handballpartys seiner Geschichte vor.