Am Sonntag um 16 Uhr steht das zweite Spiel der HSG Krefeld in der zweiten Bundesliga an. Ab 16 Uhr geht es gegen den DJK Rimpar Wölfe um Tore und Punkte. Einer, der dabei und in den kommenden Wochen eine immer größere Rolle spielen will, ist Felix Jaeger. Der 22 Jahre alte Rückraumspieler wurde erst vor rund zwei Wochen verpflichtet, deutete aber gegen Lübeck-Schwartau bereits an, dass er nicht nur ein Talent, sondern eine sofortige Verstärkung werden kann. Das aber sei noch längst nicht alles von ihm, sagt Felix. Im Interview spricht er über die Partie, was noch von ihm zu erwarten ist und was die HSG für ihn bedeutet.

Hallo Felix, am Sonntag steht das zweite Spiel der Saison, diesmal gegen den DJK Rimpar Wölfe an. Was erwartest Du?

Felix Jaeger Ich erwarte auf jeden Fall einen richtig guten Gegner, der mit breiter Brust ins Spiel kommt. Immerhin haben sie gerade beim Spitzenteam in Lübbecke einen Punkt geholt. Außerdem erwarte ich, dass wir als Team alles rein werfen, 100 Prozent geben und das machen, was wir in der ersten Halbzeit gegen Lübeck gut gemacht haben. Das müssen wir jetzt aber über 60 Minuten durchziehen. Wenn das gelingt, dann erwarte ich einen heißen Kampf und ein spannendes, gutes Spiel.

Am ersten Spieltag hast Du in der zweiten Halbzeit recht viel gespielt und hast auch drei Tore gemacht. Wie viel Prozent des Felix Jaeger, den wir erleben werden, war das schon?

Jaeger Ich würde sagen, dass war gerade erst der Anfang. Ich hatte bis dahin erst sechs Trainingseinheiten gemacht und man hat auch in ein, zwei Angriffen gesehen, dass ich da noch nicht so ganz 100 Prozent in den Abläufen drin bin, sozusagen das Playbook noch nicht verinnerlicht habe. Da fehlte noch die Abstimmung, die kann so schnell auch nicht da sein. Beim Kreuzen und solchen Dingen spielt Timing eine große Rolle und das braucht in einer Mannschaft einfach etwas Training. Deswegen denke ich, das war erst der Anfang. Zumal ich ja auch noch Rückenprobleme hatte und gerade erst so richtig fit werde. Also ich denke, da kann man noch einiges Erwarten! Zumindest erwarte ich selbst noch viel mehr von mir.

Ihr habt sicher das Spiel gegen Lübeck-Schwartau analysiert und Schlüsse gezogen. Was wollt Ihr besser machen?

Jaeger Erstmal muss man sagen, wir müssen, um in solchen Spielen Chancen zu haben oder sie zu gewinnen, die Leistung aus der ersten Halbzeit über 60 Minuten konsequent durchziehen. Wenn das nicht gelingt, dann wird das gerade gegen so ein Spitzenteam einfach eiskalt bestraft. Was wir in jedem Fall besser machen müssen ist, etwas geduldiger im Angriff zu sein, dabei aber nicht Tempo und Torgefährlichkeit zu verlieren. In der Abwehr standen wir eigentlich nicht schlecht. 24 Gegentore gegen Lübeck-Schwartau ist, denke ich, absolut in Ordnung. Darauf können wir aufbauen. Aber der Angriff muss in allen Hinsichten besser werden. 16 Tore sind einfach viel, viel zu wenig.

Du persönlich bist seit rund zwei Wochen da. Wie hast Du Dich eingelebt?

Jaeger Super! Wirklich sehr gut. Das ist bei der Mannschaft aber auch wirklich nicht schwer. Das sind wirklich richtig gute Jungs und sie haben mich sehr offen aufgenommen. Außerdem habe ich das Glück, dass ich mit Sebi Schöneseiffen einen Teamkameraden habe, den ich seit sechs, sieben oder acht Jahren kenne. Das hilft natürlich zusätzlich. Seit eineinhalb Wochen habe ich jetzt auch eine Wohnung gefunden. Das war in den ersten Tagen etwas schwierig mit dem hin und herfahren nach Gummersbach. Also insgesamt habe ich mich sehr gut eingelebt, was aber in der Mannschaft wie gesagt auch echt nicht schwer ist. Die Jungs sind einfach super nett und das ging ratzfatz. Das war auch mit ein Grund, warum ich mich für die HSG entschieden habe.

Du nimmst die nächste Frage schon vorweg: Bei Deiner Verpflichtung hast Du gesagt, dass es für Dich eine besondere Gelegenheit sei. Was ist für Dich besonders an der HSG?

Jaeger Ich mag die Ambitionen, das Projekt, einfach. Als Aufsteiger ist ja klar, dass immer das Ziel, der Klassenerhalt, ein großes und spannendes Projekt ist. Ich habe die HSG ja auch schon als Gegner kennengelernt in der dritten Liga. Und man merkt einfach, dass man hier etwas aufbauen und starten möchte. Auch wird hier auf junge Spieler gebaut und die Unterstützung ist spürbar. Also die Gespräche waren richtig gut und haben mich überzeugt und ich wollte ein Teil davon sein. Die HSG war mir wirklich von Anfang an direkt sympathisch.

Vorgestellt wurdest Du als Spieler, der im Rückraum alles spielen kann. Du hast im ersten Spiel sogar kurz auf Linksaußen ausgeholfen. Aber hast du eine Lieblingsposition?

Jaeger Ja, die habe ich. Das ist die, die ich in der zweiten Halbzeit auch gespielt habe: Halblinks. Die Variabilität ist auch erst einmal in erster Linie auf den Rückraum gerichtet. Auf Außen war das sicher mehr eine Notlösung. Auch wenn ich das früher auch mal kurz gespielt habe und mein Zwillingsbruder auch Außen ist. Daher habe ich es vielleicht auch ein bisschen im Blut. [lacht] Aber im Ernst. Rückraum Links ist meine absolute Lieblingsposition.

Zum Abschluss ein Tipp: Wie geht es Sonntag aus?

Jaeger Ich hoffe doch auf einen Sieg für die HSG. [lacht] Auf ein Ergebnis will ich mich da nicht festlegen. So lange wir nur ein Tor mehr machen als der Gegner bin ich schon zufrieden. Hauptsache gewinnen!

Felix, vielen Dank und viel Erfolg und – vor allem – Gesundheit für die Saison!