Einmal mehr fehlte am Wochenende nicht viel für die HSG Krefeld, um in Ferndorf die ersten Punkte der Saison einzufahren. Leider fehlte im entscheidenden Moment die Ruhe und der letzte Killerinstinkt, um die Chancen zu nutzen und die Siegerländer unter Druck zu setzen. Am deutlichsten zeigte sich das bei einer doppelten Überzahl im zweiten Abschnitt. „Da lagen wir mit vier Toren zurück und hätten eigentlich heran kommen müssen. Wenn wir das gut ausspielen sind wir danach vielleicht auf zwei Tore heran und und es wird richtig eng. Stattdessen gehen wir mit minus sechs aus der Situation. So etwas darf nicht passieren“, sagt HSG-Trainer Arnar Gunnarsson. Und auch im Abschluss gab es einige Situationen, die sich als letztlich spielentscheidend herausstellten, als freie Würfe oder Tempogegenstöße ungenutzt blieben. „In diesen Situationen müssen wir ruhiger bleiben und sie einfach nutzen. Dass die Jungs das können haben sie alle gezeigt“, ist der Isländer überzeugt.

Entsprechend werden genau diese Dinge auch ein Trainingsschwerpunkt in dieser Woche sein. „Wir hatten vor Ferndorf eine sehr gute Trainingswoche. Das wollen wir jetzt wiederholen und dann am Freitag voll da sein“, beschreibt der Übungsleiter den Plan.

Ziel ist und bleibt, zunächst einmal die ersten Punkte der Saison zu holen. Und eines zeigte der Blick auf die Tabelle: Bislang sind die Abstände nicht sonderlich groß. Ein Erfolg und die Eagles wären wieder voll dabei. Ob dieser Erfolg im kommenden Heimspiel am Freitag um um 20 Uhr in der Glockenspitzhalle kommt? Der TSV Bayer Dormagen ist sicher ein starker Gegner und bringt mit 204 Toren die zweitbeste Offensive der Liga mit an den Glockenspitz. Doch das Spiel ist ein Derby und diese haben, das ist eine Binsenweisheit im Sport, ähnlich wie Pokalspiele ihre ganz eigenen Gesetze. Darauf vertrauen die Eagles gegen das Team von Ex-HSG-Trainer Dusko Bilanovic. Der sympathische Übungsleiter, der die HSG in der vorvergangenen Saison auf Rang vier der dritten Liga geführt hatte, übernahm das Bayer-Team in der vergangenen Spielzeit und führte es noch zum Klassenverbleib. Auch diese Verbindung trägt also zu Brisanz und Emotionalität bei und es dürfte ein heißes, ein intensives und stimmungsvolles Derby mit sehr gutem Besuch anstehen. Sicher wird auch eine große Gruppe Fans aus Dormagen ihr Team begleiten und unterstützen. Umso mehr hoffen Team und Verantwortliche der HSG auf einen auch reichhaltigen schwarz-gelben Besuch, damit das Heimspiel auch den wichtigen Heimvorteil bietet und die Eagles mit der Unterstützung von den Rängen endlich den Bock umstoßen können. Welchen besseren Zeitpunkt als ein Derby könnte es dafür geben?