Es ist vollbracht! Die HSG Krefeld hat in einem dramatischen Derby gegen den TSV Bayer Dormagen den ersten Sieg in der 2. HBL eingefahren. Dabei zeigte das Team von Arnar Gunnarsson diesmal von Beginn an eine konzentrierte Leistung und leistete sich beim insgesamt absolut verdienten 30:26 (15:16) gegen die favorisierten Wiesel keine Aussetzer. Trotz schwerwiegender Ausfälle mehrerer Leistungsträger – neben den bekannten Verletzten Max Zimmermann und Sebastian Schöneseiffen fielen auch Abwehrorganisator Damian Janus und Außen Karl Roosna verletzt aus, außerdem weilte Kreisläufer Josip Cutura im Kreißsaal bei der Geburt seines Kindes – zeigten die Eagles eine starke Leistung und gingen erstmals in dieser Saison früh in Führung. Weite Teile des ersten Durchganges spielten sie aus besagter Führung heraus, lagen streckenweise sogar erstmals überhaupt in ihrer Zweitligageschichte mit zwei Toren in Front. Kurz vor der Pause kam dann aber der Gast auf und kam heran. Kurz vor dem Seitenwechsel gingen die Wiesel in Führung, doch im letzten Angriff hielt die Deckung der Eagles und den Rückstand zur Pause beim 15:16 bei einem Tor.

Nach dem Seitenwechsel legten die Hausherren dann noch einen Schritt zu und gingen früh im zweiten Durchgang in Führung. Immer wieder waren es der starke Simon Ciupinski mit tollen Schlagwürfen, der am Ende sechs Tore erzielte, und Tim Gentges, der auf Halblinks spielte, die die Verantwortung übernahmen. Vom Siebenmeterpunkt war außerdem KC Brüren bis kurz vor Schluss perfekt und verwandelte fünfmal vom Punkt. Auf Seiten der Gäste wiederum zeigte vor allem Ante Grbavac auf Halbrechts eine bärenstarke Leistung und war immer wieder kaum zu halten. Mit elf Toren wurde er der mit Abstand beste Werfer auf der Platte. Die Eagles aber agierten als Team kompakt und zogen mit zunehmender Spielzeit immer mehr davon. In der 41. Minute erzielte Torwart Frederik Stammer nach einem Ballgewinn den Treffer zum 23:19 ins leere Tor. Fortan kontrollierten die Eagles das Geschehen und zeigten sich vor euphorischen 1.061 Besuchern in der Glockenspitzhalle mental stark. Am Ende stand nicht nur der erste Saisonsieg, sondern auch ein mit 30:26 – der letzte Gästetreffer fiel per Siebenmeter nach abgelaufener Spielzeit – vergleichsweise klarer Erfolg. Zwar bleibt das Team aufgrund des überraschenden zeitgleichen Sieges des TV Emsdetten gegen den VfL Gummersbach auf dem letzten Platz, doch der Derbysieg brachte einen spürbaren Stimmungsumschwung.

Gästetrainer Dusko Bilanovic, vor zwei Jahren noch Krefelder Diensten, sagte: „Die HSG hat verdient gewonnen und einen guten Kampf gezeigt. Wir haben in der Abwehr nicht so gut gestanden. Ich bin nicht zufrieden mit dem Auftritt. Wir wollten in den letzten zehn Minuten noch einmal zulegen, haben aber zu viele Fehler gemacht. Krefeld hat toll gekämpft und richtig Gas gegeben. Glückwunsch zu den zwei Punkten.“ Sein Krefelder Widerpart Arnar Gunnarsson seinerseits war höchst zufrieden. „Ich freue mich über die ersten Punkte. Der Sieg war sehr wichtig für uns. Es war ein gutes Spiel und wir konnten erstmals aus der Führung heraus spielen. Genne (Tim Gentges) und Ciupe (Simon Ciupinski) haben das zusammen super gemacht. Die 6-0-Deckung hat nach der Umstellung sehr gut funktioniert“, resümierte der Isländer. 

HSG: Stammer (1), Toth – Schiffmann (3), Sario, Jaeger, Wöstmann, Vonnahme, Luciano (4), Gentges (4), Schulz (4/1), Hansen, Ciupinski (6), Brüren (8/5)