Die HSG Krefeld empfängt am morgigen Freitagabend um 20 Uhr den TuS Ferndorf zum Meisterschaftsspiel. Die Partie ist dabei nicht nur ein Derby, von Ferndorf im Siegerland nach Krefeld beträgt die Fahrzeit nur eine gute Autostunde, es ist auch das Wiedersehen mit Toni Sario. Der Spanier, vor der Saison mit großen Hoffnungen nach Krefeld gekommen, kam aufgrund vieler Verletzungen nie richtig in der Seidenstadt an und wechselte darum nach Ferndorf. Die Partie ist also seine Rückkehr an die ehemalige Wirkungsstätte. Sein Team ist dabei derzeit eines der formstärksten in der gesamten 2. HBL. In den vergangenen acht Partien gab die Mannschaft nur drei Zähler ab: eine Ein-Tore-Niederlage gegen den Zweiten TuSEM Essen, sowie ein Unentschieden bei den Rimpar Wölfen.

Entsprechend groß ist der Respekt von HSG-Trainer Felix Linden vor dem Gast. „Ferndorf ist derzeit eins der heißesten Teams der Liga. Ihr Mittelmann Julius Lindskog-Andersson ist derzeit einer überragenden Form und ist nicht umsonst zum Spieler des Monats Februar nominiert. Seine Kreise einzuengen muss das erst Ziel sein, dabei aber auch, ein gutes Auge für seine Nebenleute zu haben“, gibt der Trainer die Richtung vor und formuliert auch im Nebensatz einen kleinen Hoffnungsschimmer. „Das Team ist aufgrund der Stärke des Schweden natürlich auch ein Stück weit von ihm abhängig“, sagt Linden. Das bedeutet: Gelänge es, Lindskog-Andersson auszuschalten, so erhöhten sich die Chancen, etwas mitzunehmen, beträchtlich. Allein, was in der Theorie relativ einfach klingt, ist in der Praxis eine Herkuslesaufgabe, an der bereits viele Gegner in der Liga, die ein ähnliches Ziel verfolgten, gescheitert sind.

Insgesamt sieht der Krefelder Übungsleiter Ferndorf als „eine sehr gute Mannschaft, die sehr diszipliniert im Angriff spielt und in der Abwehr eine stabile 6-0-Abwehr stellt und ab und an auf eine 5-1-Abwehr umstellt.“ Für diese Beobachtungen haben die Eagles einige Gegenmaßnahmen überlegt. Allerdings erschwerten einige krankheitsbedingte Ausfälle in der Trainingswoche die Vorbereitung auf das Spiel.

Wie groß die Abhängigkeit des Gegners von ihrem Toptorjäger und mithin die Chance, gelänge es, diesen auszuschalten, tatsächlich ist, zeigt die folgende Statistik: Mit 134 Treffern liegt der Toptorjäger der Gäste auf Rang Fünf der Werfer der Liga. Der Abstand zum Zeiten im Team, Patrick Weber (79) ist mit 55 Treffern extrem. Nur bei Coburg (75) und Hamburg (80) ist die Differenz zwischen bestem und zweitbestem Werfer größer. Die Theorie zu einem Erfolg steht also – die Praxis wird sich voraussichtlich ungleich schwieriger gestalten. Allerdings bleibt auch festzuhalten, dass Weber fünf Spiele verpasste. Dennoch: Ziel muss es sein, ein weiteres großes Spiel von Lindskog-Andersson zu verhindern.