Zum zweiten Heimspiel der so komplizierten Saison 2020/21 mit all ihren Unwägbarkeiten empfängt die HSG Krefeld Niederrhein am Sonntag um 16 Uhr den TV Hochdorf. Dabei wirft aber neben der sportlichen Vorbereitung vor allem die Corona-Pandemie einen Schatten über die Partie. Da der Indexwert in Krefeld sich der kritischen Marke von 50 derzeit deutlich annähert, bereiten die Eagles sich neben der Platte auf weitere Beschränkungen der Zuschauerzahl vor. Um eine komplizierte eventuelle Rückabwicklung verkaufter Karten zu vermeiden wird der Kartenvorverkauf einstweilen gestoppt. Sollten weitere Zuschauer über die bereits abgesetzten Karten erlaubt sein, so würde am Sonntag vor dem Spiel der Onlineverkauf wieder aktiviert. Eine Abendkasse wird es aufgrund der aktuellen Infektionslage nicht geben, um Schlangen zu vermeiden.

Alle Zuschauer werden hiermit gebeten, vor der Anreise die einschlägigen Publikationen der Eagles (Homepage und/oder Facebook bzw. Instagram) zu verfolgen, um über neueste Entwicklungen auf dem Laufenden zu sein.

Zugelassene Besucher werden gebeten, noch penibler als ohnehin schon die Anweisungen zu beachten, sich an das Hygienekonzept zu halten und möglichst individuell (per Fahrrad oder mit dem privaten PKW) anzureisen. Anders, als beim ersten Heimspiel und dem Test gegen Großwallstadt wird am Sonntag in jedem Fall eine generelle Maskenpflicht auch auf dem Platz gelten. Noch besteht die Hoffnung, zumindest eine gewisse Anzahl Zuschauer in der Halle zu haben, um auch eine adäquate Handball-Atmosphäre bieten zu können. Wichtig: Die Veranstaltung ist für Risikopatienten unabhägig von den Entscheidungen im Vorfeld nicht geeignet! Für alle, die keine Karten bekommen, wird das Spiel wie üblich live auf Sportdeutschland.tv gestreamt. Der Stream ist kostenpflichtig (4,50 Euro), kommt aber fast vollständig den beteiligten Teams zugute. Darum: Unbedingt HSG Krefeld Niederrhein beim Aufruf des Streams anklicken!

Abseits aller organisatorischen Hürden stellt die Partie aber auch sportlich eine große Herausforderung dar, denn neben dem weiter angeschlagenen Kreisläufer Paul Skorupa drohen zwei ganz zentrale Spieler der Eagles auszufallen. Spielmacher Marijan Basic zog sich im Training eine schwere Muskelverletzung zu, fällt für Sonntag sicher aus und wird aller Voraussicht nach mehrere Wochen nicht zur Verfügung stehen. Auch der Einsatz von Oliver Milde ist höchst unwahrscheinlich. Er zog sich eine Fußverletzung zu und wird nach aktuellen Einschätzungen nicht zum Einsatz kommen können. Damit sind gerade in der Rückraummitte und auf Halblinks die erfahrenen Spieler nicht dabei und es kommt auf die „jungen Wilden“ wie Carlos Marquis, Sven Eberlein und Matija Mircic an. „Wir müssen jetzt das Beste aus der Situation machen. Alle Teams haben Ausfälle und damit muss man klar kommen. Sicher sind gerade Oliver und Marijan wichtige Spieler für uns, aber ich vertraue auch den anderen Jungs. Ich möchte nicht so viel über die Leute reden, die fehlen, sondern über die, die da sind“, sagt Trainer Felix Linden.

Trotz der personellen Probleme und der Niederlage in Dansenberg sind die Ziele der Eagles aber unvermindert hoch. „Wir haben das Spiel in Dansenberg intensiv und rückhaltlos analysiert und einige wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Unter der Woche haben wir uns besonders auf die Defensive konzentriert. Hier haben wir einige Konzepte und wollen es viel besser machen. Wir wollen mit schnellen Balleroberungen zu einfachen Toren kommen“, sagt Linden. 

Den Gegner sieht er als große Prüfung an. „Wir müssen zusammenrücken und eine gute Abwehr an den Tag legen. Hochdorf spielt eine unheimlich aggressive Abwehr und hat ein klares System. Da müssen wir kühlen Kopf bewahren und gute Entscheidungen treffen. Im Angriff ist Hochdorf sehr strukturiert und nimmt fast nur klare Chancen. Besonders Lukas Gerdon ist der zentrale Mann, der die meisten Entscheidungen trifft und den wir aus dem Spiel nehmen müssen. Insgesamt ist ihr Rückraum gefährlich“, gibt der Krefelder Übungsleiter Einblick in seine Analyse des Gegners.

Mit einem weiteren Heimerfolg wollen die Eagles sich für die verlorene Partie aus Dansenberg rehabilitieren und zugleich zeigen, dass das Team für höhere Aufgaben bereit ist. Ob mit vielen, weniger oder ganz ohne Zuschauer: Die Eagles wollen die Punkte am Glockenspitz behalten.