Wenn am Samstagabend um 19.30 Uhr die HSG Krefeld Niederrhein beim TuS 04 Dansenberg in Kaiserslautern antritt, dann können die Mannen von Trainer Maik Pallach bereits einen ganz großen, vielleicht sogar den finalen, Schritt in Richtung Playoffs machen. Davor aber steht eine ganz schwere Aufgabe bei einem Gegner, der zu den ganz großen Favoriten auf den Aufstieg zählt. Dansenberg allerdings startete alles andere als optimal in die Aufstiegsrunde. Nach einem knappen Sieg gegen Willstätt setzte es in Pfullingen eine herbe 10-Tore-Pleite. Diese und das Resultat von aktuell 2:2 Punkten gibt Pallach große Zuversicht. Den Druck nämlich sieht er klar auf Seiten der Kaiserslauterer. „Sicher ist es so, dass Dansenberg mehr unter Zugzwang steht, als wir. Mit 2:2 Punkten und der deutlichen Niederlage zuletzt müssen sie eigentlich gewinnen, wenn sie um die Playoffs mitspielen wollen. Wir haben eine hervorragende Ausgangsposition und wollen diese festigen. Der Druck liegt klar beim Gegner“, befindet Pallach. Krefelds Trainer analysiert den Gegner als physisch sehr präsent und wurfgewaltig. „Sie haben aus dem Rückraum bisher immer für viel Gefahr gesorgt. Da müssen wir dagegenhalten“, sagt er. Dabei allerdings kann er auf den ebenfalls physisch imposanten und sich immer besser einspielenden Mittelblock aus Domagoj Srsen und Robin Schoenaker setzen.

„Jan Claussen und Robin Egeloff, die beiden Rückraumstrategen, sind hier zu nennen. Gemeinsam mit dem sehr starken und robusten Kreisläufer Sebastian Bösing sind sie die absoluten Schlüsselspieler bei Dansenberg“, analysiert der Coach. Wie sehr das Team von diesem Trio abhängt zeigt die hohe Niederlage in Pfullingen. Dort nämlich sah Claussen in der ersten Minute die rote Karte und alle Verantwortlichen des Gegners analysierten das hinterher als die Schlüsselszene für den hohen Sieg, auch wenn Dansenbergs Trainerteam zumindest öffentlich abwiegelte. In der starken Abwehr spielt oft auch der zweite Kreisläufer, Juniorennationalspieler Nils Röller. In höchsten Tönen spricht Pallach auch von Torwart Kevin Klier. „Er ist wirklich eine herausragende Persönlichkeit im Handballsport. Er war über viele Jahre der entscheidende Faktor bei den Eulen [Erstligist Eulen Ludwigshafen] und kann noch immer ein wichtiger Faktor in jedem Spiel sein“, analysiert er.

Wie gefährlich die Pfälzer sind, das wissen die Eagles bereits aus eigener Anschauung, denn gegen den Ligarivalen der Gruppe Mitte trat die Mannschaft zu Saisonbeginn bereits an und holte sich eine deutliche 28:34-Niederlage ab. Sicher fiel diese am Ende höher aus, als das Spiel es hergegeben hätte – noch fünf Minuten vor dem Ende hatte der Rückstand nur drei Treffer betragen. Auch war es eine andere Mannschaft ohne den oben erwähnten Mittelblock aus Srsen und Schoenaker, sowie mit einem anderen Trainer und damit anderer Taktik (seinerzeit saß Felix Linden auf der Bank). Dennoch: Die Klasse der Gastgeber war unübersehbar.

Entsprechend kommt es für die Eagles darauf an, ihre Leistung zu 100 Prozent abzurufen und vor allem an die gute Abwehrleistung der Partie gegen Pfullingen, als ein ebenfalls bärenstarker Kreisläufer praktisch gar keine Szenen hatte, anzuknüpfen. Gelingt das wäre ein weiterer Erfolg absolut drin. Die Playoffs wären dann zum greifen nahe, zumal ein wichtiger direkter Konkurrent distanziert würde. Und dann ist da noch das interne Ziel des Teams: „Wir bleiben beim Ziel, ungeschlagen durch die Runde zu kommen. Das soll auch am Sonntag noch der Fall sein“, sagt Pallach. In diesem Falle könnten sich die Eagles-Fans auf einen schönen Abend freuen.