Trotz einer überragenden Leistung von Kapitän Oliver Krechel mit insgesamt 27 Paraden (!) unterlag die HSG Krefeld Niederrhein auch im Rückspiel beim VfL Eintracht Hagen mit 21:23 (6:12). Auf Seiten der Gastgeber schonten die Verantwortlichen den siebenfachen Torschützen aus dem Hinspiel, Spielmacher Valentin Schmidt. Er sollte aufgrund der klaren Ausgangssituation für die aus Hagener Sicht vor der Begegnung schon wahrscheinliche Partie um den endgültigen Aufstieg muskuläre Probleme auskurieren. Die Eagles gingen fast mit demselben Team ins Rennen, das auch vor einer Woche angetreten war. Lediglich Mike Schulz kehrte nach seiner Krankheit zurück. Dafür fiel Oliver Milde aus. Die Spieler wollten unbedingt zeigen, dass sie besser sind, als die 14-Tore-Niederlage vor einer Woche andeutet.

Dass die Eagles sich besser präsentieren wollten, zeigte in den ersten Minuten gleich Spielführer Krechel, der sofort fünf der ersten sechs Versuche des Gegners – darunter einen Siebenmeter – abwehrte. In der vierten Minute parierte der Teufelskerl in seinem letzten Spiel für die Eagles mit seiner sechsten erfolgreichen Abwehraktion gleich zum zweiten Mal vom Punkt. Allerdings stand auch die Abwehr der Gastgeber sehr sicher.

So stand es 1:1. Da jedoch auch Tobias Mahnke im Tor der Hagener stark agierte, gingen diese in der Folge ungeachtet der Topleistung von Krechel mit 3:1 in Führung. Die Eagles kämpften und blieben dran, doch auch zwölf Paraden des überragenden Eagles-Schlussmannes in den ersten 22 Minuten konnten nicht verhindern, dass die Mannschaft gegen einen erneut vor allem in der Abwehr bärenstarken Gegner mit 5:8 ins Hintertreffen geriet. Auch weiterhin leistete sich vor allem der Angriff der Eagles zu viele Fehler. Zwar stand die Abwehr weiter gut, doch mangels offensiver Akzente stand zur Halbzeit ein erneut recht deutlicher 6:12-Rückstand.

Nach dem Seitenwechsel starteten die Eagles gut und kämpften. Sie kamen schnell auf 10:13 und damit auf drei Tore heran. Dabei war vor allem der zehnte Treffer eine Augenweide. Schulz spielte freistehend ganz auf die andere Seite zu Nick Braun und der netzte sicher ein. Hagen leistete sich einen weiteren Fehler und den nutzte Maik Schneider gar zum 11:13. Der Favorit aber schlug nach einer Auszeit zurück und stellte auf 15:12 (39.). Dennoch, es war jetzt ein ausgeglichenes Spiel, in dem auch der Angriff der Eagles sich zunehmend besser in Szene setzte. In der 42. Minute wehrte Krechel bereits seinen vierten Siebenmeter bei fünf Versuchen ab und verbuchte damit bereits früh im Spiel seine 20. Parade – eine unfassbare Leistung des scheidenden Kapitäns. Trotzdem zeigte der Favorit aus Hagen immer wieder seine Klasse und hielt den Vorsprung bis zur 50. Minute bei fünf Toren (21:16). Die Eagles aber gaben nicht auf und kamen in der 57. Minute wieder auf 20:23 heran. Am Ende aber sollte es nicht reichen. Mit 21:23 endete auch das Rückspiel mit einer, wenn auch knappen, Niederlage für die Gäste vom Niederrhein.

Damit endet die Saison der Eagles mit einer guten Leistung vor allem in der Defensive trotz der zweiten Niederlage im zweiten Spiel der Playoffs, in dem übrigens das rein weibliche Schiedsrichtergespann aus Sophia Janz und Rosana Sug eine sehr souveräne und fehlerfreie Leistung zeigte. Für einige Spieler des Teams der Eagles, darunter der mehrfach erwähnte Krechel, war es der letzte Auftritt für die Gelb-Schwarzen. Dennoch, der Stamm des Teams wird zusammenbleiben und in der kommenden Saison einen erneuten Versuch zur Rückkehr in die 2. HBL in Angriff nehmen. Ein Sonderlob übrigens geht an Carlos Marquis. Der Spielmacher, der die Eagles ebenfalls verlassen wird, spielte beide Partien mit einem Nasenbeinbruch, stellte sich in den Dienst der Mannschaft und zeigte dessen ungeachtet eine gute Leistung.

HSG: Krechel, Schmidt – Schnalle, Schneider (5), Hahn (2), Skorupa (1), Schulz(2/2), Marquis (1), Braun (3), Schoneaker, Barwitzki, Brüren (2), Jagieniak, Srsen, Eberlein (2), Mircic (3)