Die HSG Krefeld Niederrhein ist erfolgreich, aber mit sehr viel mehr Arbeit als erwartet in die Saison gestartet. Gegen TuSEM Essen II stand am Ende ein 33:30 (13:17)-Erfolg auf der Anzeigentafel, bei dem die Gastgeber lange um den Erfolg zittern mussten. Dabei war die Mannschaft eigentlich mit viel Rückenwind in die Begegnung gestartet, hatte sie doch in der Vorbereitung über weite Strecken brilliert. Im Spiel aber war die Leistung vor allem im ersten Durchgang sehr zerfahren, nach dem Seitenwechsel kehrte nach starken ersten 15 Minuten Schlendrian ein. So bleiben am Ende verdiente Punkte, aber auch viel Möglichkeiten für Trainer Maik Pallach, sein Team mit kritischen Worten auf den Boden zu holen.

Die Partie lief von Beginn an überhaupt nicht so, wie die Eagles es sich vorgestellt hatten. Gleich zu Beginn verwarfen die Gelb-Schwarzen einige Abschlüsse, gingen hier aber auch viel zu früh in den Abschluss und bereiteten die Abschlüsse schlecht vor. So ging der Gast schnell mit zwei, drei Toren in Führung. Zunächst gelang es, auf 2:2 und 4:4 auszugleichen, doch dann zog der Gast sukzessive davon. Immer wieder griffen die Eagles in der Abwehr nicht richtig zu, oder wählten schlechte Abschlüsse, die dann eine sichere Beute des starken Essener Schlussmannes Arne Fuchs wurden. So wuchs der Rückstand durchaus überraschend immer weiter an. Nach 30 Minuten stand auf der Anzeigentafel ein 13:17, das wohl in dieser Form – zumal nach den Eindrücken der Vorbereitung – niemand getippt hätte. Besonders überraschend dabei war, dass die Probleme vor allem im Angriff deutlich waren, wenn auch 17 Gegentreffer in einer Halbzeit ob der Ansprüche der Eagles auch zu viel sind. Hier gehört aber zur Wahrheit, dass durchaus einige davon aus eigenen Ballverlusten und folgenden Gegenstößen resultierten. In der Kabine stellte Pallach die Seinen dann neu ein und mahnte, dass man eine Spitzenmannschaft sein wolle. Eine solche müsse in solchen Situationen da sein – und das taten die Eagles.

Sie kamen, angeführt von Spielmacher Merten Krings, der zum Spieler des Spiels erkoren wurde, wie die Feuerwehr aus der Pause und legten bis zur 39. Minute einen 8:0-Lauf hin. Erst bei 38:46 Minuten war es Alexander Telohe, den die Eagles über die gesamte Spielzeit nicht in den Griff bekamen und der am Ende zehn Treffer verbuchte, der zum 21:18 traf. Die Eagles ließen jetzt wieder etwas den Schlendrian der ersten Halbzeit einkehren und griffen vor allem in der Defensive – speziell gegen Telohe – wieder weniger konsequent zu. So blieb der Aufsteiger stetig im Spiel und ließ den Favoriten nie zur Gänze davon ziehen. Dennoch, zumeist gestalteten die Hausherren die Führung mit drei oder vier Toren relativ komfortabel, ließen den Gegner aber eben im Spiel. Eng wurde es dann noch einmal rund sieben Minuten vor dem Ende als einmal mehr Telohe und Jonas Kämper zum 28:27 erfolgreich waren. Die Eagles wackelten kurz, doch ein eigener Doppelschlag von KC Brüren und Merten Krings wenig später stellte wieder eine drei Tore Führung her. Am Ende besorgte Nick Braun mit dem 33:30 den Schlusspunkt eines Spiels, das sehr viel enger war, als die meisten Beobachter zuvor erwartet hätten. Einen starken Eindruck hinterließen beide Torhüter. Lasse Hasenforther im Eagles-Tor wehrte 17 Bälle ab, Fuchs sogar deren 20. Eagles-Trainer Pallach war denn auch erwartungsgemäß erleichtert über den Sieg aber nicht wirklich zufrieden. „Erst einmal freue ich mich, dass erstmals nach über einem Jahr ein Handballspiel stattgefunden hat – denn dazu gehören Zuschauer und Atmosphäre. Ihr wart super“, rief er an die Fans gewandt und fuhr fort: „Zum Spiel wollten wir die Vorbereitung bestätigen, hatten aber in der ersten Halbzeit allein 17 Fehlwürfe. Das war aber auch der guten Leistung von Arne Fuchs geschuldet. Was wir dann nach der Halbzeit mit zwei Gegentreffern in 13 Minuten gezeigt haben, war gut. Dass danach noch einmal Schlendrian eingekehrt ist, hat mir nicht gefallen. Darüber werden wir reden. Am Ende war es heute ein großer Kampf und ein Arbeitssieg. Aber aller Anfang ist schwer und auch solche Punkte sind extrem wichtig.“

Für die Eagles geht es nun bereits am kommenden Freitag um 20 Uhr beim durchaus stark eingeschätzten Longericher SC weiter. Eine Woche später geht es am Samstag nach Gummersbach, ehe am 25. September die Bergischen Panther zum nächsten Heimspiel – diesmal aber im ENNI-Sportpark Moers, zu Gast sind. 

HSG: Bartmann, Hasenforther – Krings (9), Schnalle, Juric, Schneider (3), Noll (4), Hahn (3), Molz (1), Schulz (1), Braun (1), Brüren (6/4), Jagieniak (2), Obranovic (3), Mircic (1)