Wenn am Freitagabend um 20 Uhr die HSG Krefeld Niederrhein beim Longericher SC antritt, dann ist das der erste ganz große Härtetest der noch jungen Saison. Beide Teams werden landläufig in den Favoritenkreis auf den Aufstieg getippt und haben Ambitionen, am Ende der kurzen Hauptrunde unter den Top-Zwei zu stehen, die sich für die Aufstiegsrunde qualifizieren. Dabei allerdings legten die Eagles den ungleich besseren Start als Longerich hin. Die Kölner unterlagen überraschend beim VfL Gummersbach II mit 28:32. „Sie hatten dort ein ähnliches Spiel wie unseres gegen Essen. Allerdings haben wir es geschafft, das Spiel zu drehen, ihnen ist das nicht gelungen“, analysiert HSG-Trainer Maik Pallach knapp. Für ihn ein gute Voraussetzung für den Gast. „Die Ausgangslage ist klar: Es ist eine sehr kurze Saison, im Vergleich zu sonst fast nur eine Hinrunde. Da mit zwei Niederlagen zu starten wäre ein herber Rückschlag. Daher kann man sagen: Wir wollen gewinnen, Longerich muss gewinnen“, sagt der Übungsleiter der Gelb-Schwarzen.

Dabei aber sieht er sein Team keineswegs als Außenseiter. „Ich erwarte ein ausgeglichenes Spiel auf Augenhöhe. Es ist gut, dass wir gegen Essen einen Rückstand gedreht haben und wissen, dass wir das können. Denn in Longerich kann uns das auch passieren“, sagt Pallach, fügt aber hinzu: „Ich hoffe aber, dass das nicht der Fall sein wird und wir konzentriert von der ersten Minute agieren.“ Wichtig dafür sei die Abschlussschwäche zu beheben. „Wir hatten gegen Essen 26 Fehlwürfe. Da kann man von einer echten Schwäche sprechen. Das muss viel besser werden“, appelliert er an die Seinen. Die Eagles gehen topfit in die Begegnung und haben keine Ausfälle. Im Kader der Gastgeber werden sie dabei auf zwei alte Bekannte treffen: Torwart Philipp Ruch stand lange in Krefeld zwischen den Pfosten und auch Linksaußen Max Zimmermann gehörte in seiner Zeit am Glockenspitz zu den Leistungsträgern im Aufstiegsteam in die zweite Liga.

„Nicht nur deshalb wird Longerich aber hochmotiviert sein. Sie haben den Druck des Gewinnen müssens und ein sehr euphorisches Publikum hinter sich. Auch wenn die Halle wegen Corona nicht ganz voll sein wird: Es wird laut werden“, prophezeit Pallach. Entsprechend gehe es darum, einen kühlen Kopf zu bewahren. „Wir müssen vor allem die Anfangsphase gut gestalten“, mahnt er. Gelingt das, dann wird der Druck auf die Gastgeber weiter zunehmen. Für die Eagles ist das Spiel eine große Chance, einen ausgemachten Konkurrenten um die vorderen Plätze früh ein Stück zu distanzieren. „Wir freuen uns sehr auf das Spiel. Die Stimmung ist gut, alle Mann sind an Bord“, sagt Pallach. Den ersten Auswärtspunkten steht also wenig im Wege. Fans der Eagles können die Partie wie gewohnt im Stream auf Sportdeutschland.tv schauen.