Der optimale Saisonstart für die HSG Krefeld Niederrhein ist perfekt. Mit einem 27:26 (14:11)-Sieg bei Mitfavorit Longericher SC feierten die Eagles den zweiten Sieg im zweiten Spiel und distanzierten einen vermuteten unmittelbaren Konkurrenten, der bereits das erste Saisonspiel überraschend verloren hatte. Einen ersten emotionalen Höhepunkt fand die Partie um die 15. Minute, als die Gastgeber gleich drei Strafen gleichzeitig abzusitzen hatten. Das sorgte für mächtig Stimmung in der Halle, obschon die Strafen durchaus in Ordnung gingen. Spielerisch setzten die Gäste ebenfalls das erste Highlight. In besagter Überzahl wurde Lars Jagieniak am Kreis angespielt, wurde im Sprung gefoult, drehte sich in der Luft und traf hinter dem eigenen Rücken perfekt in den Winkel zum zwischenzeitlichen 8:7 für die Gäste. Die Anfangsphase war insgesamt ausgeglichen, auch wenn die Eagles fast immer aus der Führung heraus gespielt hatten.

Insgesamt aber setzte der LSC auf große Körperlichkeit vor allem in der Deckung, was in vergleichsweise vielen Strafen und Siebenmetern für die Gäste resultierte. Die Eagles nutzten das, um bis fünf Minuten vor der Pause auf 12:9 davon zu ziehen. Die Gelb-Schwarzen hielten den Drei-Tore-Vorsprung bis zur Halbzeit und gingen so mit 14:11 in die Pause.

Gleich mit dem ersten Ballbesitz nach dem Seitenwechsel bauten sie die Führung gar au 15:11 aus. Zum zweiten Mal richtig hitzig wurde es dann kurz nach der Halbzeit. In der 34. Minute griff sich Merten Krings einen Ball von Dustin Thöne. Der Longericher verlor die Beherrschung und schlug Krefelds Spielmacher mit dem Ball ins Gesicht. Dafür bekam er von den Schiedsrichtern völlig zurecht die rote Karte gezeigt. Die Eagles wussten aus dieser Situation aber kaum Kapital zu schlagen. Zwar wirkte sie in der Spielanlage reifer als der Gastgeber aus Köln, der aber kam mit unbändigem Kampf immer wieder heran. Nicht nur in dieser Phase war es immer wieder Schlussmann Sven Bartmann, der mit starken Paraden, wie bei einem Tempogegenstoß von Ex-Eagle Max Zimmermann in der 38. Minute, zur Stelle war und die Führung hielt. Doch in der 50. Minute wusste auch der starke HSG-Keeper nicht zu verhindern, dass mehrere Ballverluste im Angriff dazu führten, dass der LSC zum 18:18 ausglich. Wenig später sogar die 22:20-Führung der Hausherren, die jetzt mit viel Begeisterung agierten. Die Eagles vergaben jetzt zu viele eigene Angriffe und so zog Longerich gar auf drei Tore davon. Das Spiel drohte jetzt, den Krefeldern zu entgleiten. Zumal wenig später auch Matija Mircic für ein Foul eine durchaus harte rote Karte bekam. Zwei Minuten waren in der Situation, als er einen Gegner im Wurf schob, fraglos in Ordnung, Rot aber war sehr hart. Die Eagles kamen dessen ungeachtet zurück und kamen heran. Gut fünf Minuten vor dem Ende war es Merten Krings, der zum 24:24 Ausglich traf. Jetzt war es eine extrem hektische Phase und wieder war es Bartmann, der die Eagles bei 24:25 mit zwei Paraden im Spiel hielt. Pascal Noll veredelte die Leistung des Schlussmanns zum 25:25 und kurz darauf war es wieder der Außen, der zum 26:25 einschoss. Als dann eine Minute vor Schluss KC Brüren zur Zwei-Tore-Führung einwarf, war der Punkt bereits praktisch sicher. Sekunden vor dem Ende nahm Maik Pallach bei 27:26 eine Auszeit und so konnten die Eagles trotz offener Manndeckung der Gastgeber in eigenem Ballbesitz einen hart umkämpften Sieg sicherstellen.

So feierte seine Mannschaft einen hart erarbeiteten 27:26-Sieg beim Longericher SC. Die Eagles zeigten eine insgesamt reife Leistung und verdienten sich den Erfolg am Ende auch durch einen starken Schlussmann Sven Bartmann.

Trainer Maik Pallach sagte nach der Begenung: „Wir haben in der ersten Halbzeit überragend verteidigt. Gerade der Verbund aus Sven Bartmann, Matija Mircic und Andrej Obranovic war hier sehr stark. Nach der Halbzeit haben wir es dann bei klarer Führung verpasst, die rote Karte gegen Longerich zu nutzen. In dieser Phase waren zwei, drei Aktionen von uns nicht auf den Punkt und wir hatten einen schlechten Lauf. Das war emotional schwer und wir haben dann mit sieben gegen sechs gespielt und damit das Spiel erneut gedreht. Am Ende muss man sagen: Sven Bartmann hat gerade zum Ende heraus phantastisch gehalten und den Sieg festgehalten.“

Damit bleiben die Eagles nach zwei Spieltagen bei einer weißen Weste. Weiter geht es für sie am kommenden Samstag um 18 Uhr beim VfL Gummersbach II, ehe dann am 25. September die Bergischen Panther zu Gast sind. Dieses Spiel findet im ENNI Sportpark in Moers statt.

HSG: Hasenforther, Bartmann – Krings (3), Schnalle, Juric, Schneider (2), Noll (2), Hahn (4), Molz (1), Schulz (1), Braun (1), Brüren (8/4), Jagieniak (3), Obranovic (2), Mircic