Nach einer deutlichen Steigerung nach der Pause und gestützt auf einen hervorragenden Sven Bartmann im Tor, feierte die HSG Krefeld Niederrhein am Samstagabend einen am Ende deutlichen, aber dem Spielverlauf nach sicherlich etwas zu hohen 32:26 (11:15)-Sieg beim VfL Gummersbach II. Die Eagles leisteten sich vor der Pause eine viel zu hohe Fehlerquote und sahen zur Halbzeit eher als auf der Verliererstraße befindlich aus. Doch nach dem Seitenwechsel wurde speziell die Abwehr deutlich stärker und so stand am Ende der klare Erfolg.

Die Eagles starteten eigentlich gut in die Partie, nutzten aber ihre Ballgewinne in der Defensive zunächst nicht zu eigenen Treffern, da sie sich zu viele Fehlwürfe leisteten. So stand es nach acht Minuten und vielen vergebenen Abschlüssen der Gastmannschaft 2:3 aus Sicht der Gelb-Schwarzen. Eine Strafzeit sorgte dann dafür, dass der Rückstand nach gut 12 Minuten sogar auf 3:5 anwuchs. Sinnbildlich für das Spiel bis dahin war eine Sequenz in der 14. Minute, als binnen Sekunden erst Andrej Obranovic einen Knaller an die Unterkante der Latte setzte. Den Abpraller nahm Lars Jagieniak zu einem völlig freien Wurf auf und traf, noch leicht abgelenkt vom Torwart, den Pfosten. So stand es nach einer Viertelstunde gar 4:6, obschon Lasse Hasenforther im Eagles-Tor eine hervorragende Leistung bot

und mehrere starke Paraden zeigte. In der 18. Minute dann leistete sich Toni Juric nach einem Fehlwurf eine Undiszipliniertheit und rempelte Torwart Diogo Valerio leicht an. Der fiel unglücklich und musste verletzt vom Feld. Juric bekam für die Aktion nach längerer Beratung der Unparteiischen die rote Karte. Die Eagles kämpften jetzt, hatten aber weiterhin eine viel zu hohe Fehlerquote. So blieb der Rückstand weiter bei drei Toren. Dieser wuchs kurz vor der Pause sogar auf fünf Treffer an, doch die Gäste kamen noch einmal heran, trafen 13 Sekunden vor der Pause durch Mike Schulz zum 11:14, doch Gummersbach nutzte die schnelle Mitte zu einem Treffer zwei Sekunden vor der Sirene und ging so mit 15:11 in die Kabinen.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs setzte gleich Sven Bartmann, der nun zwischen den Pfosten stand, ein Zeichen und wehrte einen Siebenmeter ab. Im Gegenzug verwandelte Steffen Hahn sicher. Gleich zwei weitere Male griffen Bartmann und die Abwehr zu - doch beide Bälle wurden im Angriff leichtfertig vertändelt. Die Defensive stand jedoch weiter und jetzt traf Merten Krings zum 13:15-Anschluss. Trotz weiter hoher eigener Fehlerquote sorgte aber eine bombensichere Abwehr in dieser Phase für einen 4:0-Lauf und damit den 15:15-Ausgleich. Erst nach gut acht Minuten kam der Gastgeber zum ersten Tor des zweiten Durchgangs – und das per Siebenmeter. Nach einem weiteren gehaltenen Siebenmeter von Bartmann traf Jagieniak in der 43. sehenswert – es war das 18:17 und damit die allererste Führung der Eagles in dieser Partie. Weiter blieb die Fehlerquote etwas zu hoch, dafür aber stand die Abwehr weiter hervorragend um den bärenstarken Bartmann und so traf erneut Jagieniak in der 51. Minute zum 24:21 und damit der ersten Drei-Tore-Führung. Die Gäste kämpften jetzt vorbildlich. Das veranschaulichte vor allem die 54. Minute, als in Jagieniak, Nick Braun und Krings gleich drei Krefelder in Folge per Hechtsprung einen Ball jeweils in Richtung Mitspieler schlugen, um diesen so nach einem Fehlwurf zurückzugewinnen. Am Ende verwandelte Steffen Hahn zum 26:23. Als dann gut drei Minuten vor dem Ende Obranovic per Siebenmeter zum 29:24 traf, war der Sieg für die Eagles so gut wie sicher. Der Rückraum-Shooter netzte danach gleich noch zwei weitere Male ein und so wuchs die Führung auf beruhigende sechs Treffer (31:25) an. Am Ende stand ein klares 32:26 auf der Anzeigentafel, nach dem es, so ehrlich muss man sein, lange Zeit nicht aussah und das den Spielverlauf nur bedingt wiedergibt.

Für die Eagles war es vor allem ein Sieg der Moral. Auch durch den klaren Halbzeit-Rückstand ließ sich das Team nicht aus der Ruhe bringen und durfte so nach 60 Minuten jubeln. Damit bleibt das Team von Trainer Maik Pallach auf Kurs Tabellenspitze. Nach drei Spieltagen bewahrt die Mannschaft weiter ihre blütenreine Weste. Weiter geht es nun am kommenden Samstag um 19 Uhr im ENNI-Sportpark Moers gegen Tabellenführer Bergische Panther.

HSG: Hasenforther, Bartmann – Krings (7), Schnalle, Juric, Schneider (2), Noll (1), Hahn (4), Molz, Schulz (1), Braun (2), Brüren (4/1), Jagieniak (6), Obranovic (4/3), Mircic (1)