Mit einem extrem deutlichen und sogar in der Höhe durchaus verdienten 40:20 (16:10)-Erfolg gegen den Leichlinger TV hat sich die HSG Krefeld Niederrhein bestens für die erste Saisonniederlage vor Wochenfrist bei den SGSH Dragons rehabilitiert. Dabei waren die Vorzeichen eigentlich gar nicht gut, denn fast das halbe Team hatte unter der Woche mit Grippe flachgelegen. Letztlich meldeten sich aber bis auf Rückraumspieler Jonas Molz alle Akteure einsatzbereit, wenn auch vielleicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. Am Spieltag selbst musste Trainer Maik Pallach, der ebenfalls an einem grippalen Infekt leidet, passen. Sein Team aber zeigte sich komplett unbeeindruckt und legte gleich von Beginn an los wie die Feuerwehr. Bereits nach elf Minuten stand es 7:3 für die Hausherren. Das Zwischenergebnis zeigte bereits an, wie es weitergehen sollte. Die Eagles schienen den Schuss vor den Bug in Halver in positive Energie umgesetzt zu haben und zeigten zum ersten Mal in dieser Spielzeit eine über 60 Minuten ohne Pause konzentrierte Leistung. Die streckenweise bedauernswerten Gäste wurden unter Dauerdruck gehalten und schafften es nur selten, sich gegen die sehr aggressive Deckung der Eagles durchzusetzen. So wuchs die Führung der Gelb-Schwarzen immer weiter an. Zur Pause war die Begegnung bei 20:10 bereits vorentschieden.

Wer nun aber glaubte, die angeschlagenen Eagles würden ob der komfortablen Führung einen Gang zurückstecken, der sah sich getäuscht. Im Gegenteil! Die von Sportleiter Stefan Nippes gecoachten Gastgeber legten sogar noch einmal einen Zahn zu und schafften mit einem 6:0-Lauf zwischen der 40. und 45. Minute zum Zwischenstand von 28:13 endgültig klare Verhältnisse. Danach war es ein Schaulaufen eines Teams, das sich regelrecht am eigenen Spiel berauschte und die restlos begeisterten Zuschauer zu Jubelstürmen hinriss. Fragende Blicke übrigens beherrschten die Szenerie in der 37. Minute. Ein Siebenmeter des ansonsten hervorragenden Mike Schulz (sieben Tore, Zwei von Drei vom Punkt) wurde aufgrund eines technischen Fehlers zurückgepfiffen, zu dem die zugehörige Regel im ganzen Stadion inklusive Spielern kaum jemand kannte. Der Begeisterung aber tat auch das keinen Abbruch und taugt eher als Petitesse im Rückblick. Neben Schulz glänzte vor allem KC Brüren mit neun Toren (Drei von Drei vom Punkt). Da sich die Gäste vor allem auf Spielmacher Merten Krings fokussierten, blieb allerdings für die Halben immer wieder viel Raum, zum Abschluss zu kommen. Großer Jubel brandete dann noch einmal in der 54. Minute auf, als der junge Neuzugang Tim Schnalle, der sich mit seiner Arbeitsmoral und offenen Art viele Freude in und um das Team gemacht hat, seinen ersten Ligatreffer für die Eagles erzielte.

So war es insgesamt ein höchst erfreulicher Abend an dem die Eagles sich zumindest für eine Nacht die Tabellenführung von den Dragons zurück holten.

HSG: Hasenforther, Bartmann – Krings (2), Schnalle (1), Juric, Schneider (5), Noll (2), Hahn (4), Schulz (7/2), Braun (2), Brüren (9/3), Jagieniak (4), Obranovic (4), Mircic