Wenn am Samstag um 19.30 Uhr (live auf Sportdeutschland.tv) die HSG Krefeld Niederrhein bei der ESG Gensungen/Felsberg antritt, dann sind die Rollen, bei allem Respekt für den Gegner, von der Papierform her klar verteilt. Immerhin reist der Tabellenführer mit nur zwei Verlustpunkten aus dem Topspiel in Schalksmühle zum Vorletzten, der seinerseits erst drei Zähler zu erringen vermochte. Es trifft der beste Angriff und die zweitbeste Abwehr der Staffel D der dritten Liga auf die zweitschwächste Offensive (ein Tor mehr als Menden) und die drittlöchrigste Abwehr. Diese Zahlen zeigen, dass die Rollen vor der Begegnung fraglos klar verteilt sind. Wichtig für die Eagles wird es sein, nicht zu viele Siebenmeter zuzulassen, denn Rechtsaußen Maxim Schalles ist hier extrem treffsicher. Mit 33 Toren vom Punkt ist er der erfolgreichste Schütze der Liga aus diesen Situationen und verwandelte beispielsweise in der Vorwoche alle Zehn Versuche im Auswärtsspiel in Longerich. Mit 57 Toren ist er überdies sechstbester Torjäger der Liga. Gefährlichster Werfer aus dem Feld ist Mittelmann Vince Schmidt mit 47 Torerfolgen. Damit liegt er nur zwei Treffer hinter Krefelds bestem Werfer Merten Krings, der ebenfalls alle seine 49 Tore aus dem Feld erzielte.

Trotzdem sieht Eagles-Trainer Maik Pallach das Spiel keineswegs als Selbstläufer – im Gegenteil. „Nach ausführlicher Videoanalyse muss ich sagen, dass ich durchaus verwundert bin, dass sie erst drei Punkte haben, denn sie haben eigentlich eine vernünftige bis gute Spielanlage in Angriff und Abwehr“, warnt der Coach vor dem Gegner, der von der Papierform wie erwähnt dennoch als krasser Außenseiter in die Begegnung geht. Als wichtigsten Ansatz für einen weiteren Erfolg sieht er die Breite seines Kaders. „Die Erklärung für die geringe Punktausbeute könnte sein, dass sie gerade in der Breite nicht so viele Spieler haben, die das Tempo über 60 Minuten gehen können“, analysiert er. Entsprechend wichtig ist es für sein Team, eben dieses Tempospiel über die gesamte Spielzeit und auch bei eigenen Wechseln auf die Platte zu bringen. Dennoch sei das Team gerade in Heimspielen gefährlich auch für starke Gegner wie die Eagles es als Tabellenführer ohne Frage sind. „Sie haben in den bisherigen Heimspielen gezeigt, wie gefährlich sie da sind. Gegen Schalksmühe haben sie lange geführt und am Ende nur knapp verloren. Gegen Essen II, die zuvor eine Serie von fünf Spielen ohne Niederlage hatten, haben sie einen Punkt geholt. Von daher muss man sagen: Höchste Gefahr und voller Fokus auf den Gegner, um die Hinrunde gut abschließen zu können“, sagt der Übungsleiter der Eagles.

Trotzdem aber will sein Team natürlich an die starken Auftritte der bisherigen Saison anknüpfen und ähnlich souverän auftreten, wie beispielsweise in der Vorwoche gegen Volmetal oder davor in Menden. Oberstes Ziel aber bleiben die zwei Punkte, um auch weiter die Tabellenführung zu behalten und auf dem Platz an der Sonne in die Rückrunde zu gehen.