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Die Ergebnisse der HSG Krefeld in der laufenden Saison der 2. Handball Bundesliga sind bislang nicht nach Wunsch. Die Leistungen aber waren über weite Strecken gut. Diese Tatsache, sowie auch die Rückkehr der meisten Verletzten macht dabei durchaus Mut, dass es im kommenden Auswärtsspiel beim HSC 2000 Coburg am morgigen Samstagabend um 19.30 Uhr mit den ersten Punkten in der Saison klappen könnte. Dabei sind sich jedoch alle Beteiligten der Schwere der Aufgabe bewusst. Der Gastgeber zählt zu den Teams, die in der Spitzengruppe der Liga erwartet werden, und geht fraglos als großer Favorit in das Spiel. Die Eagles aber wollen dagegen halten und mit erneut stabiler Abwehr dem Spitzenteam das Leben so schwer wie möglich machen.

Henrik Schiffmann wird nach auskuriertem Fingerbruch ebenso wieder im Kader stehen, wie Frederik Stammer. Wie viel Einsatzzeit beide bekommen werden, hängt sicher auch vom Spielverlauf ab, denn naturgemäß haben sie noch Trainingsrückstand, zumal gerade auf der Torwartposition der Bedarf nach starken Leistungen von Norman Toth und auch Paul Keutmann nicht zwingend gegeben ist. Damit fallen lediglich Max Zimmermann und Sebastian Schöneseiffen sicher aus.

Ein ganz besonderes Spiel ist die Partie für den letzten HSG-Neuzugang: Felix Jaeger wird in Coburg auf seinen Zwillingsbruder Max treffen. Es ist übrigens nicht der Max Jäger, der noch im Vorjahr für Krefeld spielte. Dieser ist mit beiden nicht verwandt und überdies Torwart. Felix' Bruder spielt als Linksaußen. „Natürlich ist das für mich eine ganz besondere Partie und das wichtigste Spiel des Jahres“, sagt der HSG-Rückraumspieler grinsend und will im Bruderduell unbedingt die Oberhand behalten. Er wird übrigens nicht mit dem Team nach Coburg fahren. Am Samstagvormittag schreibt er noch eine Klausur. Diese verlegte er in die Nähe des Spielortes und wird somit getrennt anreisen. „Wir haben ihm natürlich diesen Sonderweg erlaubt. Wie die meisten Spieler bei uns ist Felix kein Profi und da geht die Ausbildung vor. So haben wir einen Weg gefunden, dass er trotzdem auflaufen kann“, sagt HSG-Geschäftsführer André Schicks. Personell sind die Voraussetzungen für die Eagles daher so gut, wie noch nie in der laufenden Saison. Die Hoffnung, dass sich dies in Punkten auswirkt, ist trotz des schweren Gegners da. Sollte auch Toni Sario an die starke Leistung aus dem Spiel gegen Aue mit zehn Treffern anknüpfen, dann ist tatsächlich Zählbares drin.

Die HSG Krefeld ist mit fünf Niederlagen in die Saison in der 2. Handball Bundesliga gestartet. Sicher nicht der Start, den sich Mannschaft, Fans und Verantwortliche gewünscht haben. Gerade die Niederlagen gegen den DJK Rimpar Wölfe und EHV Aue, jeweils nach starker Aufholjagd durch Gegentore in den letzten Sekunden zustande gekommen, schmerzen sehr. Grund genug, die Situation mit den Verantwortlichen der Eagles, Geschäftsführer André Schicks und Prokurist Thomas Wirtz, zu analysieren.

Die Saison in der 2. Handball Bundesliga ist nicht so gestartet, wie sich das die Eagles gewünscht hätten. Wie beurteilen Sie die Situation?

André Schicks Natürlich hätten wir uns mehr Punkte – oder überhaupt Punkte – gewünscht. Und wir sind auch davon ausgegangen, dass das gelingen würde. Unter dem Strich muss man aber sagen: Wir lernen. Auf allen Ebenen. Auf der Platte ist eine deutliche Entwicklung zu sehen. Unsere Abwehr macht viel Mut und im Spiel gegen Aue funktionierte dann auch der Angriff sehr gut. Leider haben wir da speziell gegen Aues Adrian Kammlodt kein Mittel gefunden und so erstmals über 24 Gegentore hingenommen. Gerade das Zustandekommen der Niederlage schmerzt natürlich sehr.

In einem am Ende dramatischen und einmal mehr packenden Spiel gegen den EHV Aue unterlag die HSG Krefeld am heutigen Samstagabend knapp mit 29:30 (12:17). Dabei hatte es lange Zeit nicht nach einem derart engen Ausgang ausgesehen, denn wie schon im Heimspiel gegen die Rimpar Wölfe gerieten die Eagles früh hoch in Rückstand. Gleich nach wenigen Minuten lag das Team mit drei Toren zurück. Es kam zwar zur 20. Minute auf zwei Tore heran, leistete sich dann aber zu viele schlecht vorbereitete Abschlüsse und einige einfache Fehler und so zog der Gast immer weiter davon. Zur Halbzeit stand es 17:12 für den Gast aus Ostdeutschland.

Auch nach dem Seitenwechsel schien zunächst wenig auf das dramatische Finish der Partie hinzudeuten. Aue baute den Vorsprung auf sechs Treffer aus und hatte mehrfach die Gelegenheit, auf sieben Tore davon zu ziehen. Doch die Eagles kämpften und blieben dran. Vor allem zwei Spieler waren es jetzt, die ihr Team auf die Schulter nahmen: Einerseits der junge Linksaußen Dorian Wöstmann, der insgesamt vier Treffer feierte und zum Anderen und vor allem der Spanier Toni Sario. Der 21-Jährige, der bislang noch eher eine Nebenrolle im Spiel der Schwarz-Gelben gespielt hatte, zeigte an diesem Abend seine ganze Klasse und agierte mit viel Wucht und Torgefahr. Immer wieder zog er mit Autorität an und traf ein ums andere Mal unhaltbar in den Winkel. Am Ende stand er bei zehn Toren und feierte ein bisschen seine persönliche spielerische Coming-out-Party. Gestützt auf die starke Leistung des Spaniers drehte die HSG in der Schlussviertelstunde richtig auf. Die Zuschauer in der Halle hielt es nicht mehr auf den Sitzen, sie feierten und feuerten ihr Team an, das, getragen von dieser Atmosphäre, fünf Minute vor dem Ende des Spiels eben durch den erwähnten Dorian Wöstmann zum ersten Ausgleich der Partie, dem 27:27, kam. Jetzt war es eine ganz heiße Schlussphase. Wieder glichen die Krefelder, die erstmals in dieser Saison überhaupt die 20-Tore-Marke erreichten, die Führung der Gäste aus und hatten beim Stand von 28:28, übrigens durch das schönste Tor des Tages nach tollem Kempa-Trick und Lupfer von Karl Roosna, nach einer Parade von Norman Toth Ballbesitz. Die Chance zur erstmaligen Führung aber vergab ausgerechnet der überragende Sario, dessen Wurf von Aues Keeper Erik Töpfer abgewehrt wurde. So ging der Gast erneut in Führung und Krefeld glich erneut durch Dorian Wöstmann aus. Doch Aue bekam den Ball und mit der Schlusssirene traf Adrian Kammlodt, der gefährlichste Schütze der Gäste, zum 29:30.

Die Krefelder lagen danach konsterniert auf dem Feld und konnten es nicht glauben. Immerhin zeigten sie viel Moral und eine deutliche Steigerung in der Offensive, die auch Mut für die kommenden Wochen macht. Trotzdem, die erneute Niederlage ist bitter und muss vom Team nun erst einmal verdaut werden.

HSG: Toth, Keutmann – Sario (10), Jaeger, Wöstmann (4), Cutura (2), Janus, Roosna (2), Vonnahme, Luciano, Gentges (1), Schulz (3/3), Hansen, Ciupinski (2), Brüren (5/1)

Die HSG Krefeld fiebert dem Heimspiel gegen den EHV Aue am Samstag um 19 Uhr in der Glockenspitzhalle entgegen und es fühlt sich rund um den Glockenspitz fast an, wie ein Neustart in die Saison. Nach der unglücklichen Serie mit drei Heimniederlagen zum Auftakt haben die Verantwortlichen intensiv vor allem am Offensivspiel gearbeitet und gehen nun mit neuem Optimismus in die Aufgabe gegen die Ostdeutschen. Zwar ist die personelle Lage immer noch angespannt – mindestens vier Leistungsträger (Sebastian Schöneseiffen, Henrik Schiffmann, Max Zimmermann und Frederik Stammer) fallen weiter aus, ein weiterer ist in David Hansen fraglich. Doch die Zuversicht rund um das Team ist groß. Das zeigt sich auch im Kartenvorverkauf, der keineswegs schlechter ist, als zum Auftakt-Dreierpack.

Zuversicht zieht vor allem das Umfeld vor allem aus der sehr starken Defensive der Schwarz-Gelben, der viertbesten der gesamten Liga, rund um Abwehrorganisator Damian Janus und den neuen Torwart Norman Toth. Der Ungar zeigt sich immer mehr als wertvollster Neuzugang und hat im Rennen der drei auf Augenhöhe befindlichen Torhüter aktuell die Nase nach vier bärenstarken Auftritten vorn.

Warum aber soll es jetzt anders laufen, als in den vergangenen Spielen? Der Plan der Eagles sah vor allem zwei der Verletzten in zentralen Rollen: Spielmacher, der im Positionsspiel die Fäden in der Hand hält, sollte der bundesligaerfahrene Schöneseiffen sein, Hauptanspielpunkt im Umschaltspiel der schnelle und abschlussstarke Zimmermann. Beide fielen rund um den Saisonstart aus und so musste das Team einen neuen Plan entwickeln und einüben. Das nahm naturgemäß einige Zeit in Anspruch. Jetzt soll dieser Prozess Ergebnisse zeigen und genau das nährt den Optimismus. Mit einem Sieg können die Eagles mit dem Gast gleichziehen und damit den Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze halten. Dafür brauchen die Mannen von Trainer Arnar Gunnarsson auch die Unterstützung von den Rängen. Gemeinsam mit ihren Fans wollen die Eagles den Neustart und mit rund einmonatiger Verspätung die Aufstiegseuphorie endlich in Punkte umsetzen.

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Das nächste Heimspiel:

Saison 2019/2020:

Sa. 14.12.2019 19:00 Uhr

HSG Krefeld vs. HSG Konstanz
Glockenspitzhalle

[TICKETS]

Öffnung der Kassen 90 Minuten vor Spielbeginn!

 

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